Warum CORII

Leder gehört in den Kreislauf. Nicht in den Abfall.

Die Lederproduktion ist heute meist Teil globaler, intransparenter Lieferketten, mit toxischen Chemikalien, fehlendem Arbeitnehmerschutz und Abwässern, die ungeklärt in Flüsse und Böden gelangen. Gleichzeitig werden in der Schweiz jedes Jahr Hunderttausende Felle entsorgt, während Kunstlederprodukte auf Erdölbasis den Markt dominieren. Für uns ist das ein Widerspruch. Leder entsteht aus der Haut eines Tieres, das für die Fleischproduktion geschlachtet wurde. Diese Haut zu nutzen, statt sie zu vernichten, ist kein Kompromiss – sondern Konsequenz.

Leder verbindet Landwirtschaft, Ernährung und Gestaltung. Wer Leder kauft, entscheidet über Materialien, Lieferketten und Landwirtschaft. Wir wollen, dass diese Verbindung wieder sichtbar wird. Und zeigen, dass es anders geht: regional produziert, pflanzlich gegerbt, transparent vom Hof bis zum fertigen Material.

 
 

Unsere Haltung

Nose to tail - das ganze Tier zählt!

Wir essen zu viel Fleisch – das ist eine Tatsache. Aber die Antwort darauf ist nicht, Tiere aus der Landwirtschaft zu verbannen. Gesunde Böden brauchen Tiere. Nicht in Massen, sondern in Kreisläufen – als Teil einer Landwirtschaft, die regeneriert statt auslaugt.

Das Problem ist nicht das Tier. Es ist das System.

Leder macht rund 8 % des Tiergewichts aus – aber weniger als 1 % seines wirtschaftlichen Wertes. Es wird deshalb häufig entsorgt, obwohl es ein hochwertiges Nebenprodukt ist. Wir arbeiten mit Landwirt:innen, die ihre Tiere artgerecht halten, und ermöglichen ihnen, das Tier ganzheitlicher zu nutzen. Nose to tail – nicht als Trend, sondern als Prinzip.

Unsere Leder entstehen ausschliesslich aus den Häuten von Tieren aus biologischer, biodynamischer oder regenerativer Landwirtschaft – und aus der Jagd im umliegenden Wald. Die Gerbung erfolgt regional, mit natürlichen Extrakten, frei von Schwermetallen und toxischen Chemikalien.

 

 

Über uns

CORII wurde von Nina Conrad initiiert und aufgebaut. Mit einem Hintergrund in Politikwissenschaften, Völkerrecht und Ethnologie und Jahren im Business Development kam sie über einen ungewöhnlichen Weg zur Lederindustrie – und blieb, weil sie das Potential regionaler, regenerativer Lieferketten erkannte. Sie leitet CORII bis heute operativ und verbindet das Projekt mit einem breiten Netzwerk aus Landwirtschaft, Handwerk und Design. Nina ist Mitgründerin und Präsidentin von Fibershed DACH, Gründungsmitglied der Sustainable Leather Foundation, Mitglied des Advisory Boards der Regenerative Textiles Initiative von Milkywire und lehrt regelmässig an Hochschulen.

Getragen wird CORII seit Sommer 2024 von der G. Neuenschwander Söhne AG – einem Familienunternehmen aus dem Emmental, das seit Generationen mit Fellen und Häuten handelt. Bernhard und Marc Neuenschwander, fünfte Generation, haben das Unternehmen neu ausgerichtet: weg vom reinen Fellhandel, hin zur Verarbeitung regionaler Ressourcen zu hochwertigem Leder. Eine natürliche Heimat für CORII.